H1: Den Aufstieg verpasst

 Spielberichte Manager  22 Mai 2017   0 Comments
 

Die Seen Tigers und der BSV Stans trennen sich in der Zielbau-Arena 25:25 unentschieden. Die Winterthurer verpassen damit den Aufstieg in die NLB.

Es hätte nicht sollen sein. Nach 120 umkämpften Minuten entscheidet ein Tor über den Aufstieg. Mit der Hypothek aus dem Hinspiel in Stans vom vergangen Sonntag starten die Seen Tigers in der beachtlich gefüllten Zielbau-Arena gut in die Partie. Nach sieben Minuten führen die Tigers mit 4:2, die Hypothek aus dem Hinspiel bereits wettgemacht. Beim Stand von 5:3 haben sie gleich zweimal die Chance auf drei Tore wegzuziehen, Gaudenz Huwiler und Raphael Liniger, der sich im Vergleich zum Hinspiel stark verbessert zeigt, verpassen aber. Gleiches Szenario nur wenig später, und wieder verpassen die Winterthurer den 3-Tore-Abstand herzustellen. Retrospektiv betrachtet, wäre dies die Chance gewesen, das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Hätte, wenn und aber. Statt ein Polster zwischen sich und den Gegner zu legen, verlieren die Tigers den Kopf und kassieren Gegentor um Gegentor. Kurios dann die Szene in der 26. Minute beim Stand von 10:9. Der Feldschiedsrichter entscheidet auf Schrittfehler von Stans-Shooter Gian-Luca Lima. Der Torschiedsrichter hingegen auf Tor. Ohne zu zögern, lässt sich Schiedsrichter Michael Winkler von seinem Kollegen überstimmen. Das Tor zählt, auch wenn vor dem Torwurf auf Schrittfehler entschieden wurde. Eine höchst fragwürdige Entscheidung und nicht die einzige an diesem Abend. Die Tigers hätten die Chance gehabt, mit drei oder sogar vier Toren Vorsprung in die Pause zu gehen. Hätte, wenn und aber, in der Pause steht es 10:10-Unentschieden.

In der zweiten Halbzeit gelingt den Stanser die erste Führung, die sie bis zum Spielschluss nicht mehr abgeben werden. Die Tigers verlieren in der Offensive fortan ihr Konzept. Nach 50 Minuten führt der Gast aus der Innerschweiz mit 19:16. Das Spiel schien gelaufen, der Aufstieg für die Tigers in weite Ferne gerückt. Doch ein Time-Out, eine offensivere Deckungsvariante und neues Personal brachten die Tigers nochmals zurück ins Spiel. Doch der Ausgleich kommt zu spät, erst in der 59. Minute gelingt Gregory von Ballmoos das 25:25. Zehn Sekunden vor Schluss scheitert er dann aber vom Penaltypunkt aus an Torhüter Christian Arnosti. Ob die letzten 10 Sekunden für noch ein Tor gereicht hätte, wenn von Ballmoos getroffen hätte? Hätte, wenn und aber. Einmal mehr.

Das Auslassen von vielen guten Torchancen ist ein Grund für den Nichtaufstieg. Die weiteren Gründe sind vielschichtig. Zum einen das grosse Verletzungspech, dass die Tigers bereits über die ganze Saisonhinweg begleitet. An den Aufstiegsspielen muss Trainer Daniel Stahl auf Roman Singler, Severin Ganz, Christoph Meili, Nicolas Meili sowie die Linkshänder Sharr Ramadani, Marko Vukelic, Daniel Schmied und Rico Weber verzichten. Dazu kommt, dass Liniger, Huwiler, von Ballmoos, Olivier Nussli, Vaidas Klimciauskas und Markus Haupt angeschlagen in die Partie starteten. Der dritte Grund ist ein leidiges Thema im Schweizer Handball und soll hier nicht weiter thematisiert werden. Unter diesen Umständen reicht es den Tigers nicht, um die Liga zu dominieren. Trotzdem können die Seen Tigers zufrieden sein mit ihrer Saison. Nachdem die Finalrunde nur knapp erreicht wurde, hatte dem Team von Daniel Stahl wohl niemand den Sprung in die Aufstiegsspiele ernsthaft zugetraut. Der Aufstieg des BSV Stans ist keineswegs unverdient, sie waren über beide Spiele ebenbürtig, nicht besser, eventuell glücklicher.

Die Seen Tigers arbeiten nun weiter an der Teamplanung für nächste Saison. Nebst Torhüter Markus Haupt und Captain Marc Meili muss auch Rechtsaussen Roland Siegenthaler ersetzt werden.

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