H1: Die Cedric-Kiss-Show

 Spielberichte Manager  05 Nov 2017   0 Comments
 

Die Seen Tigers gewinnen auch das Auswärtsspiel gegen ein inferiores Wohlen klar und deutlich mit 33:18. Cedric Kiss sticht dabei aus dem guten Winterthurer Kollektiv heraus.

Eine Chance für die Jungen im Team der Seen Tigers oder eine Chance für Handball Wohlen, die Schmach von vergangene Woche wieder gut zu machen? Diese Frage stellt sich automatisch bei einem Blick auf das Winterthurer Matchblatt. Da fehlen nebst Sharr Ramadani, Christoph Meili und Peter Szylagyi heute auch Raphael Liniger, Oliver Scheuner, und Matthias Oltmanns. Nur schon diese drei zusammen bringen Erfahrung aus über 1000 NLA Spielen mit. Gaudenz Huwiler und Björn Fröhlich sind zudem angeschlagen. Die nächste Hiobsbotschaft kommt für die Winterthurer schon beim Warmlaufen: Vaidas Klimciauskas scheidet verletzt aus.
So starten die Winterthurer auch in die Partie. Zwar kann Alex Maritz im ersten Angriff für die Seemer einnetzten, dann folgt aber die wohl schlechteste Phase der ganzen Saison. Bis zur 10. Minute erzielen die Winterthurer kein einziges Tor mehr. Trainer Daniel Stahl reagiert beim Stand von 1:4 mit einem Timeout und bringt Vladislav Michalko als neuen Spielmacher. Zwölf Minuten später steht es 10:4 für die Tigers. Ein 9:0 Lauf, eine Reaktion aus dem Aargau? Fehlanzeige! Das Spiel wird nun zur Cedric Kiss Show. Nachdem er in der fünften Spielminute einen Gegenstoss ganz frei vor dem Tor einen Meter neben dieses gesetzt hat, spielt er nun gross auf. Er trifft seine nächsten zwölf (12!) Würfe en Suite ins Schwarze. Sinnbildlich die Szene in der 25. Minute. Die Tigers in Unterzahl, die Schiedsrichter zeigen das drohende Zeitspiel bereits an: Cedric Kiss bekommt als Rechtshänder am rechten Flügel den Ball, tanzt um seinen Gegenspieler herum wie Vreni Schneider 1988 in Calgary um die Slalomstangen und reüssiert zum 12:6. Trotz diesem komfortablen Vorsprung kommt kurz vor der Pause ein wenig Aufregung ins Spiel. Yves Gehrig schliesst den letzten Angriff zu früh ab, statt mit 15:9 gehen die Tigers darum nur mit einem Viertorevorspung in die Pause.
Doch die Tigers lassen sich durch dieses Missgeschick nicht verunsichern. Maritz, Michael Blumer und immer wieder Kiss wirbeln die Defensive der Aargauer nach Belieben durcheinander. Sie erzielen zusammen 25 der 33 Tigerstore. In der Defensive unterstützen die Routinierten Fröhlich, Nick Meili und der glänzend aufgelegte Uwe Kleinschmidt im Tor die jungen Wilden. Das Spiel ist längst entschieden, da setzte Kiss zur Kür an. Ohne berührt zu werden spaziert er durch die Wohlemer Deckung. Manch ein Zuschauer muss sich an eine Aussage Cristiano Ronaldos nach einem Duell mit dem Schweizer Stephan Henchoz erinnert haben. Dieser sagte einst: „Ich ging nach rechts, er kam mit, ich ging nach links, er kam wieder mit, dann ging ich rechts vorbei und er holte sich am Wurststand einen Hotdog.“
So gut Kiss spielt, so enttäuschend ist Handball Wohlen. Emotionslos, disziplinlos, konzeptlos. Letztes Jahr waren die Büntztaler noch ein Aufstiegskandidat und bezwangen die Tigers sogar. Nun sind sie ein Schatten ihrer selbst. Bildlich steht die Leistung von Mittelmann Andreas Stierli. Im letzten Jahr noch der spielbestimmende Mann in der ganzen Liga. Gegen die Tigers erzielt er lediglich zwei Tore aus sechs Versuchen und produziert sieben technische Fehler.
Das Endresultat von 33:18 sagt alles aus über das Spiel. Die jungen Wilden der Seen Tigers haben ihre Chance mehr als genutzt. Für einen Generationenwechsel ist es zwar noch zu früh, aber bei den Winterthurern gedeiht etwas.
Die Winterthurer setzen sich mit diesem Sieg in der Spitzengruppe fest und schaffen sich eine sehr gute Ausgangslage im Kampf um die Finalrundenplätze.

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