H1: Überraschung verpasst

 Spielberichte Manager  14 Jan 2019   0 Comments
 

Die Seen Tigers reisen mit einem überraschenden Punkt aus Therwil zurück. Und doch haderten sie nach dem Schlusspfiff.

Die 1. Mannschaft der Seen Tigers startete mit einem Auswärtsspiel in das Kalenderjahr 2019; und dies ausgerechnet gegen die HSG Leimental. Die Mannschaft also, gegen welche die Tigers in dieser Saison ausschliesslich Niederlagen bezogen und beim letzten Aufeinandertreffen mit 21:35 bös unter die Räder kamen. Die Vorzeichen für diese ungewohnt früh im Jahr angesetzte Partie standen zudem alles andere als gut: Flügelflitzer und Torschütze vom Dienst von Ballmoos war beruflich verhindert, Müller rekonvaleszent; zudem vergrösserte sich das Lazarett unter der Woche zusätzlich. Neben den bekannten Langzeitverletzten musste auch Christoph Meili für das Spiel im Baselbiet Forfait erklären und mit Singler hatte zum Jahreswechsel hin der zweitbeste Torschütze das Team verlassen.

«Jetzt erst recht!» – so lautete die Devise der Seemer. Sie nahmen ihr Herz in die Hand und führten schnell mit 5:1. Ein Start nach Wunsch, ein Szenario, das man sich erhofft hatte, jedoch nicht als realistisch erschien. Der Auftakt gab Selbstvertrauen und die Distanz zu den robusten Baslern blieb konstant bei zwei bis drei Toren. Die Gastgeber bekundeten offensichtlich extrem Mühe mit der Deckung der Tigers und konnten ihr wuchtiges Spiel nie umsetzen. Einzig dem schläfrigem Umschaltverfahren der Tigers von Offensive auf Defensive konnten es die Leimentaler verdanken, bis zur Pause hin den Rückstand wett zu machen. Wermutstropfen für die bereits dezimierten Winterthurer: In der 25. Minute schied mit Nussli eine Teamstütze mit Verdacht auf eine Knieverletzung aus. Gute Besserung an dieser Stelle.

Als ob das Schicksal den Tigers nicht schon genug Prüfungen auferlegt hätte, wurde in der 40. Minute Cédric Kiss nach der dritten Zeitstrafe vorzeitig unter die Dusche geschickt. Fortan stand eine Formation auf der Platte, die in dieser Konstellation noch nie zusammen trainiert, geschweige denn einen Ernstkampf bestritten hat. Doch irgendwie schien es, als hätten sich die Gäste in diesem Spiel festgebissen. Ein Rückstand wurde souverän wieder in einen Vorsprung umgewandelt und im Angriff sorgten primär Kindle mit Gewalt und Ramadani mit Finesse für die Tore. Und plötzlich, 4 Minuten vor Spielende, war die Führung auf 29:26 angewachsen und der Sieg schien in Griffweite. Zwei technische Fehler und eine Zeitstrafe führten jedoch dazu, dass das Heimteam zum 29:29 ausglich. Mit dem letzten Angriff ging Trainer Cho volles Risiko, wechselte an Stelle des Torhüters einen weiteren Feldspieler ein. Mit einem Schuss aus der zweiten Reihe überlistete Ramadani den Basler Torhüter. Dank schnellem Umschaltspiel gelang es den Baslern jedoch, einen freien Wurf herauszuspielen und zum 30:30 auszugleichen.

Gemischte Gefühle nach dem Schlusspfiff. Die Sorgen um Nussli, der verpasste Sieg, die neun Zeitstrafen. Es durfte gehadert werden; jedoch war auch ein gewisser Stolz bei der Truppe von Cho spürbar. Die Baselbieter, welche auf den kompletten Kader zurückgreifen konnten, wurden mit einer Rumpftruppe an den Rand einer Niederlage gedrängt. Dieser Auftritt stimmt zuversichtlich für die kommenden Aufgaben. Die nächste Partie geht am 2. Februar auswärts im Derby in Andelfingen über die Bühne. Dort werden mit Müller und von Ballmoos zwei Akteure wieder an Board sein und auf personeller Ebene für Entlastung sorgen.

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