H2: Hitchcock-Finale, die Zweite!

 Spielberichte Manager  08 Nov 2016   0 Comments
 

Was haben Schalke 04 und das 2.-Liga-Team der Seen Tigers gemeinsam? Nun ja, beide hören mittlerweile auf den Übernamen „die Knappen“. Auch wenn dieser im Falle der Ruhrpott-Kicker auf den Bergbau zurückgeht, die Tigers haben sich ihn mit ihren knappen Siegen verdient, denn wenn die Seemer in dieser Saison eine Partie gewonnen haben, dann betrug der Vorsprung meist nur ein oder zwei Zähler. Man hat sich vor dem Spiel gegen die Kantonshauptstädter zwar nicht zum Ziel gesetzt, dem Gegner eine Lektion zu erteilen, doch für einmal drei Punkte einzufahren, ohne allzu arg zittern zu müssen, dass wäre bereits Lohn genug gewesen.

Doch es sollte wieder etwas anders kommen als geplant. Die Partie gegen GC Amicitia war von Beginn weg sehr ausgeglichen und daran liess sich über die gesamte Distanz auch nicht gross rütteln, so viel sei vorweg genommen. Als wäre man an der Tour de France auf dem Weg auf die Alpe d’Huez, spielte man sich die die Führungsrolle munter gegenseitig zu, mit Taktieren hatte dies allerdings nicht viel zu tun. Viel mehr schien die Lust auf ein Spiel an einem Sonntagabend, an welchem andere gemütlich zu Hause den Tatort schauen, nicht gerade zu überborden. Bis zur Pause war man kein Stück schlauer, wie es denn nun mit den Kräfteverhältnissen aussah, immerhin konnten die Winterthurer ein 14:13 hinein in den Pausenklatsch retten.

Als das Match wieder angepfiffen worden war, hatte sich am Charakter der Partie nichts geändert. Wie eine heisse Kartoffel wurde ein errungener Vorsprung beidseitig wieder fallen gelassen um postwendend selber wieder in Rückstand zu geraten. Mindestens so auffällig wie frustrierend war (wie schon so oft) das leicht gestörte Verhältnis der Tigers zu einer eigenen personellen Mehrheit. Denn wenn man für einmal die Möglichkeit hatte in Überzahl zu spielen (wenn auch manchmal durch diskutable Entstehungsweise), so weigerte man sich tunlichst daraus Profit zu schlagen. Ist es Mitleid mit dem Gegner? Bei solch einem humanitären Auftreten wird man wohl bald eine UNICEF-Werbung auf den Tigers-Trikots prangen sehen. Jedenfalls versäumte man es auch bei solch goldigen Möglichkeiten, bei denen jeder dachte, dass jetzt das Break gelingen würde, einen K.O.-Treffer zu landen. Es gab Phasen im Spiel, da schien es beidseitig einfach nur noch zu Scheppern. Angriff – Tor – Gegenangriff – Tor – Angriff… Logische Konsequenz: Hitchcock-Finale Reloaded! Mit Ach und Krach konnte man in der letzten Spielminute die Niederlage noch abwenden und in die letzte Seemer Gegenstoss-Möglichkeit trötete die Schlusssirene – 30:30 zeigte die Tafel unter der Decke zum Schluss an. Dies ist sicherlich ein Resultat mit dem beide Mannschaften leben können, denn dieses Spiel hätte durchaus auf beide Seiten kippen können. Doch da letztendlich keines der beiden Teams das berühmte Zünglein an der Waage aus der Tasche kramen konnte, ist dieses nerven-strapazierende Remis gleichzeitig ein gerechtes Remis.

Am nächsten Sonntag trifft das Team von T.R. aus W. auf das noch punktelos dastehende Wetzikon. Wenn man nach dieser Partie die Parallele zum Spitznamen der Gelsenkirchener noch immer nicht abstreifen kann, ist dies zwar keine Katastrophe (die Zürcheroberländer haben in letzter Zeit schliesslich nie mehr „auf den Sack bekommen“), doch zwei Punkte dürfen, wenn auch vielleicht nicht vehement verlangt, dann doch immerhin unterschwellig erwartet werden!

Es spielten: Walpen, Hill; Dal Fabbro, Gehrig, Hartmann, Hug, Kägi, N. Schamberger, R. Schamberger, Schlehan, Schwegler, Taracar, Tschopp, Weiss

Staff: Raths (C), Kesselring (CC), Sieber (moralische Unterstützung)

 

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