H2: ...und Schluss!

 Spielberichte Manager  06 Mai 2017   0 Comments
 

Nun war er also gekommen: der Tag, an welchem einerseits eine lange Saison und andererseits auch einige Kapitel bei den Tigers zu Ende gehen.

Den einen zieht’s ans Mittelmeer oder nach Andelfingen, andere wiederum brauchen einfach eine Pause oder machen nach jahrelangen Rücktrittsankündigungen endlich ernst. Wie auch immer, das Spiel stand unter einem speziellen Stern, das letzte Spiel der diesjährigen Kampagne wurde deshalb unter dem Slogan „Namal gnüüsse!“ geführt. Dass hiess natürlich nicht, dass man dem designierten Sieger der Gruppe als Kanonenfutter gegenübertreten wollte. Dass sich gleich nach dem Betreten der Garderobe R.G., einer der Tigers-Abtrünnigen, die „Spider-App“ auf sein Smartphone lud, indem er es unsanft in Richtung Fliesen schickte, war zwar nicht gerade das beste Omen das man sich wünschen konnte, man war aber trotzdem guter Dinge.

Schon nach den ersten zwei Angriffen von Unterstrass (Drehball und fünfacher Flieger mit Flick-Flack) war klar, dass der Gegner in diesem Spiel beschwingt daherkommen würde und gewillt war, noch etwas in der Trickkiste zu kramen. Nach anfänglich zu grossem Respekt vor dem Gegner, konnte man sich gegen Mitte der ersten Halbzeit aber zurück in die Partie kämpfen. Mehr noch, bei Unterstrass schien der Faden etwas gerissen zu sein und so konnten die Tigers zwischenzeitlich sogar in Führung gehen. Zur Pause stand es 15:15 und so war in der zweiten Halbzeit nach wie vor alles offen.

In der zweiten Halbzeit, den letzten dreissig Minuten für viele, kam also tatsächlich noch einmal Spannung auf und zwischenzeitlich führten die Gäste aus Winterthur gar mit zwei Längen Vorsprung! Man merkte aber, dass der Gegner, kaum in Bedrängnis, auch gleich wieder einen Gang höher schalten konnte, denn das letzte Spiel zu Hause zu verlieren stand wohl nicht auf dem Wunschzettel der Aufstiegsspiel-Fahrer. Doch es lag nicht nur an der Gangschaltung von Unterstrass, sondern auch an vielen kleineren und grösseren Unzulänglichkeiten der Tigers, wie beispielsweise nonchalant vergebenen Siebenmetern. In diesem Zusammenhang muss eine Aktion aber besonders herausgestrichen werden, eine für die Kategorie „Missgeschicke der Saison“. Ich schlage vor, Sie lesen die Beschreibung dieser Szene mit Monty Python’s „Always Look on the Bright Side of Life“-Gepfeife im Hinterkopf: „Jeder soll noch mal spielen!" hatte der Trainer vor dem Spiel angekündigt. Damit war offenbar auch Torhüter R.H. aus W. gemeint, welcher sich (für alle Beteiligten augenscheinlich) mit den Abschlussfeierlichkeiten um einen Tag vertan hatte. Als dann ein Ball in Richtung seines Gehäuses fliegend von einem Mitspieler abgelenkt und abgebremst, im Zeitlupentempo auf ihn zu geholpert kam, brachte der Tormann das Kunststück fertig, die Pille durch seine Hände – zum Entsetzen seiner Mitspieler – ins Tor rutschen zu lassen. Wäre es nicht ohnehin sein letztes Spiel für Seen gewesen, wäre man wohl nicht darum herumgekommen, entsprechende Schritte einzuleiten. Zu diesem Zeitpunkt lag man zwar bereits wieder mit zwei Toren zurück, doch macht dies die Sache weniger bitter? – Wohl kaum… :-D

Obwohl man nicht davon ausgehen konnte, dass man auswärts gegen Unterstrass punkten würde, war dieses 27:30 zum Schluss ein kleines Bisschen enttäuschend. Aber ich glaube diese Enttäuschung rührt vor allem daher, dass man als Mannschaft gerne noch einmal gewonnen hätte, hat man doch zum letzten Mal in dieser Konstellation auf der Platte gestanden. Nach einer letzten – etwas sentimental angehauchten – Ehrenrunde, widmete man sich dann aber natürlich den, nach all den Strapazen der Saison hochverdienten Festivitäten. Aus Jugendschutzgründen überspringe ich die Szenen in der Garderobe. Vor der Halle traf man sich dann noch auf ein letztes Bierchen vor der Heimfahrt. Die milde Frühlingssonne im Gesicht, eine Hülse in der Hand, dumms Gschnurr und den Block-Rocker bis zum Überschlagen der Musik aufgedreht, so dass man den Text von Radio200k’s „Eisprung“ nur dank den mitgrölenden Seemern im ganzen Quartier verstand – tja, so leitet man doch einen Saisonabschluss auf würdevolle Art und Weise ein…

Isch e geili Ziit xii Jungs, uf bald!

Es spielten: Walpen, Hill; Dal Fabbro, Gehrig, Hartmann, Kägi, Merz, N. Schamberger, R. Schamberger, Schwegler, Taracar, Tschopp, Weiss, Zahnd

Coach: Raths, Kesselring

 

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